MAXIMINUS THRAX:

Gaius Julius Verus Maximinus wurde 173 als Sohn eines gotischen Bauern und dessen alanischer Frau in Thrakien (daher der Beiname "Thrax") geboren. Maximinus begann seine militärische Laufbahn unter dem Kaiser Septimius Severus (193-211). Als Kommandeur befehligte er eine römischen Legion in Ägypten (232) und befand sich anschließend im Jahre 235 unter der Führung des Kaisers Severus Alexander (222-235) an der Rheingrenze. Bei Bretzenheim bei Mainz kam es zu einer Revolte der Truppen, die wegen ausstehenden Soldzahlungen und Proviantschwierigkeiten gegen den Kaiser gestimmt waren. Sie ermordeten Severus Alexander und dessen Mutter Julia Mammea. Maximinus, beliebt wegen seines Mutes und seiner soldatischen Fähigkeiten, wurde daraufhin zum Kaiser ausgerufen. Der Senat in Rom bestätigte Maximinus mangels anderer geeigneter Kandidaten.
Der neue Kaiser beendet siegreich den von Severus Alexander begonnenen Feldzug gegen die Völker auf der Nordseite des Rheines (im Gebiet des heutigen Württemberg) und erhob 236 seinen Sohn Maximus zum Caesar, mit der Absicht, die Thronfolge dynastisch zu regeln, was die meisten folgenden Kaiser ebenso erfolglos versuchen. Im Winter 236/37 begab er sich an die Donau zum Kampf gegen die Daker und Sarmaten. Zur Finanzierung seiner Feldzüge und um die Soldaten auf seiner Seite zu wissen wurde die Steuerlast der Nobilität erheblich erhöht.
Während den Kämpfen im Donaugebiet im Jahre 238 erhob sich der Feudaladel in Afrika. Dieser rief den Prokonsul Gordianus Sempronianus (Gordianus I.) zum Kaiser aus (19. März 238). Der Senat, durchweg gegen den weit entfernten Kaiser eingestellt, bestätigte sofort nach Eintreffen der Nachricht die Proklamierung Gordianus' zum Kaiser (2. April 238) und erklärte Maximinus zum Staatsfeind (hostis). Maximinus unterbrach seinen Feldzug und marschierte in Eilmärschen in Richtung Rom. In Oberitalien traf er allerdings auf zunehmenden Widerstand der Städte und der Bevölkerung, die nicht gewillt war, seine hungrige und erschöpfte Armee zu verpflegen. Trotz der Niederschlagung des Aufstandes unter Gordianus I. und dessen Sohnes, die dabei beide den Tod fanden, verschlechterte sich die Lage des Maximinus. Der Senat erhob in seiner Not gleich zwei Senatoren zu Kaisern (Pupienus und Balbinus) und bereitete sich auf den Kampf gegen Maximinus vor. Dieser belagerte Aquileia, doch die müden und hungrigen Truppen Maximinus´, die nicht weiter bereit waren, ihre Heimat zu bekämpfen, ermordeten am 10. Mai 238 Maximinus und seinen Sohn. Ihre abgeschlagenen Häupter wurden anschließend im Triumph nach Rom gesandt, wo die Bevölkerung ihren ehemaligen Kaiser zum ersten Mal zu Gesicht bekommt.
Maximinus gilt als der erste in der Reihe der "Soldatenkaiser". Bis 284, als Diokletian der alleinige Kaiser des Römischen Reiches ist, erheben immer wieder Truppenteile beliebte oder angesehene Generäle oder Soldaten zu Kaisern, in der Hoffnung, dadurch einen eigenen Vorteil zu erzielen. Innerhalb von 50 Jahren gelangen dabei mehr als 30 Männer auf den Thron, die allesamt einen gewaltsamen Tod fanden.