diokletian:
| Gaius Aurelius Valerius Diocletianus Pius Felix
Invictus Augustus, römischer Kaiser 284-305,
wurde 240 als Sohn einfacher Eltern in Dalmatien geboren. Im Jahr 284 proklamierten die Prätorianer Diokletian zum Kaiser. Dieser Mann, der allein durch seine Fähigkeit eine große Karriere gemacht hatte, sollte Rom über zwanzig Jahre lang regieren. Während seiner Amtszeit wurde der Anarchie Einhalt geboten, eine starke Herrschaft errichtet und der Regierungsapparat völlig neu geordnet. Diokletian musste sich mit drei gewaltigen Problemen auseinandersetzen, die eng miteinander verzahnt waren: Der Wirtschaftskrise, der dringenden Reorganisation der Armee sowie der Neuordnung der veralteten Verwaltungsstrukturen des Reiches. In der Erkenntnis, dass ein einziger Mann ein so riesiges Gebiet allein nicht effizient regieren konnte, ernannte er 286 Maximian zum Mitregenten mit dem Titel Augustus und vertraute ihm die Regierung der westlichen Reichshälfte an, während er selbst von Nikomedia in Kleinasien aus den Osten regierte. Sieben Jahre später ernannten beide Augusti je einen Mitregenten: Constantius Chlorus und Galerius, die den Titel Caesar (Unterkaiser) erhielten. Das Reich wurde nun -viergeteilt- zu einer Tetrarchie (Viererherrschaft): Diokletian übernahm die Ostprovinzen, Galerius den Donau- und Balkanraum, Maximian behielt Italien und Afrika, während Constantius Spanien, Gallien und Britannien regierte. Diese vier Regionen, deren höchster Verwaltungsbeamter jeweils ein Präfekt war, wurden in einer Reihe von Diözesen aufgeteilt, die einem vicarius unterstanden, und jede Diözese wiederum in Provinzen (von denen es nun über hundert gab) mit Satthaltern an der Spitze. Der Verwaltungsaufbau war im wesentlichen zivil, denn jede Provinzarmee unterstand nun einem militärischen Befehlshaber, dem sogenannten dux. Das neue Konzept formalisierte nun damit die Trennung von militärischer und ziviler Gewalt: Es ermöglichte ein hohes Maß an militärischer Flexibilität und verhinderte zugleich die Akkumulation von Macht in den Händen eines einzelnen Statthalters. Im ganzen bewirkten die Reformen zwar eine Erhöhung der staatlichen Leistungsfähigkeit, doch wurde diese durch das Entstehen einer aufgeblähten Bürokratie beeinträchtigt, die dem schrumpfenden Anteil der tatsächlichen in den Produktionsbereichen arbeitenden Bevölkerung noch größere Lasten aufbürdete. |
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Die Errichtung der Tetrachie war ein wohlüberlegter Versuch, die friedliche
Thronfolge im Reich zu sichern: Diokletian und Maximian sollten als Augusti
zwanzig Jahre regieren, in denen die beiden Caesares ihnen untergeordnet bleiben
würden. Nach der Abdankung der Augusti sollten die beiden Caesares ihren Platz
einnehmen und selbst Caesares ernennen. Das Prinzip war vernünftig, und am 1 Mai
305 dankten Diokletian und Maximian wie vorgesehen ab. Doch kam es fast
unmittelbar darauf unter den potentiellen Nachfolgern zu Zwistigkeiten. Ein
schwächerer Mann hätte sich veranlasst gesehen, die Macht wieder an sich zu
reißen - nicht aber Diokletian: sein Entschluss stand fest, und er verbrachte
seine letzten Lebensjahre im Frieden seines Palastes (Diokletian starb 316).
Seine Leistungen waren beträchtlich gewesen. Er war kein großer Erneuerer, doch
seine Fähigkeit, ein Problem klar zu durchschauen und die effektivste Lösung
auszuwählen, bot den zerstörerischen Kräften, die das Reich zu zerreißen
drohten, vorläufig Einhalt. Als Diokletians Werk abgeschlossen war, sah Rom
bereits der byzantinischen Welt, zu der es werden sollte, ähnlicher als dem
klassischen Reich, das es einst war.