cicero:
Marcus Tullius Cicero wurde am 3.Januar
106v. Chr. in Arpinum geboren und war einer der angesehenesten Redner, Politiker
und Philosoph zur Zeit der untergehenden Republik.
Nach seinem kurzen Militärdienst, ging er von 79-77v.Chr. nach Griechenland und
Kleinasien, wo er studierte. Als er dann nach Rom zurückgekehrt war, begann er
seine politische Laufbahn. 75v.Chr. wurde er Quästor, 69v.Chr. Ädil, 66v.Chr.
Prätor und 63v.Chr. erreichte er als erster, dessen Familie nicht zur römischen
Aristokratie gehörte, das Amt des Konsuls, weswegen er auch "homo novus"
bezeichnet wird. Während seiner Amtszeit deckte Cicero einen organisierten
Staatsstreich seines ehemaligen Mitbewerbers um das Amt des Konsul, Catilina,
auf. Doch aufgrund der überhasteten Hinrichtung des Catilina (es sei ihm
angeblich kein angemessener Rechtsprozess gewährt worden) wurde Cicero 58v.Chr.
ins Exil verbannt. Zwar holte ihn Pompeius im darauf folgenden Jahr aus dem Exil
wieder zurück, doch blieb Cicero in den folgenden jahren politisch ohne
Einfluss. In dieser zeit entstanden u.a. seine bedeutenden Werke "Über den
Saat", "Über den Redner" und "über die Gesetze"(unvollendet).
51v.Chr. wurde Cicero Prokonsul von Kilikien und schloss anschließend im
Bürgerkrieg dem Pompeius an, wurde aber nach dessen Niederlage von Caesar
begnadigt. Nachdem Caesar 44v.Chr. ermordet worden war, übernahm Cicero die
Führung im Senat, der den Wiederaufbau der Republik wollte, und unterstützte
deshalb Caesars Adoptivsohn Octavian im Kampf gegen Marcus Antonius. Er geriet
dadurch in scharfen Gegensatz zu Marcus Antonius, dessen Proskriptionen er auf
der Flucht zum Opfer fiel (7.Dezember 43v.Chr.).
Durch eine Schriften ist Cicero der eigentliche
Schöpfer der lateinischen Kunstprosa geworden, von seinen Reden sind 58
erhalten. In seinen philosophischen Schriften will Cicero die drei Hauptgebiete
erschließen: Erkenntnistheorie ("Akademische Bücher"), Ethik ("Maßstäbe des
Guten und Bösen", "Tuscalinische Gespräche", "Vom rechten Handeln", "Über das
Alter", "Über die Freundschaft"), philosophische Theologie ("Über das Wesen der
Götter", "Über die Wahrsagung", "Über das Schicksal"). Seine in elegantem Latein
geschriebenen Briefe sind unschätzbare historischen Dokumente und
autobiographischen Zeugnisse. Ciceros Einfluss auf das abendländische Denken und
Empfinden sind kaum abzuschätzen.
